Klimaschutz

Nach dem Wort „Klimaschutz“ darf niemals ein „aber“ stehen. Unser Wohlstand und unsere Sicherheit stehen auf dem Spiel, wenn der Meeresspiegel steigt und Trockenheit und Wüstenbildung Lebensräume zerstören. Das sind keine Zukunftsszenarien, es ist schon Realität. Wir müssen jetzt loslegen, unsere Gesellschaft klimaneutral zu gestalten und unsere Wirtschaft zu einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft umzubauen.

Wer den Ernst der Lage verstehen will, muss nur einen Blick in die Nachrichten werfen. Hitzesommer, Rekordstürme, Waldbrände ungekannten Ausmaßes, Überschwemmungen, Landschaften und Tierarten, die für immer verschwinden. Das alles geschieht tagtäglich, vor unseren Augen.

Als Folge von Dürre und Trockenheit vernichteten Buschbrände 2020 in Australien 21 Prozent des gesamten Mischwaldes auf dem Kontinent. Das zerstörte Gebiet ist so groß wie ein Drittel der Fläche Deutschlands. Es ist für mich keine Frage, sondern Auftrag, den Klimaschutz jetzt anzugehen und Maßnahmen effektiv und sozial gerecht nach der Vorgabe des Pariser Klimaabkommens umzusetzen.

Wir müssen die Klimakrise als einen zentralen Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte verstehen, der eine zweite industrielle Revolution möglich macht und eine Epoche großer Innovationen und Erneuerung einleitet. Wir stehen vor dem Übergang in ein neues Zeitalter, in dem die Menschheit nicht länger fossile Energien wie Kohle, Gas und Öl verbrennen muss, um Energie zu gewinnen.

Unser Weg in eine bessere Zukunft

Konsequent und mit ganzem Herzen umgesetzt, wird Klimaschutz unsere Gesellschaft und die Art unseres Wirtschaftens zum Besseren verändern, weil er eine Investition in Lebensqualität ist, in mehr soziale Gerechtigkeit und dauerhaften Wohlstand.

Schon heute erleben wir, dass die Klimafrage eine ganze Generation junger Menschen politisiert. Städte und Gemeinden hinterfragen die sozialen Folgen eines übermäßigen Autoverkehrs und entwickeln gänzlich neue Konzepte des Zusammenlebens und der Mobilität. Immer mehr Konsument*innen und Lebensmittelproduzenten reduzieren ihren Fleischverbrauch und schützen so nicht nur das Klima, sondern mindern auch das Leid in der industriellen Massentierhaltung.

Es liegt an uns, jetzt zu handeln

Damit diese Entwicklungen nicht im Klein-Klein ersticken, müssen wir Klimaschutz jetzt zu unserem Leitstern machen, an dem wir unsere politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen ausrichten. Hinter das Wort Klimaschutz gehört kein »Aber…«, sondern ein »Ja, und außerdem…«.

Wir brauchen einen neuen Gesellschaftsvertrag, der sozial gerechten Klimaschutz zum zentralen Ziel erklärt. Statt kleiner kosmetischer Reparaturen setze ich mich für eine Ausbauoffensive der Erneuerbaren Energien und der digitalen Infrastruktur ein.

Ich setze mich dafür ein, dass Unternehmen, die nachhaltigen Konzepte und Produkte entwickeln, die auf dem Weltmarkt nachgefragt werden und so die Arbeitsplätze der Zukunft schaffen. All jene die sich auf den Weg machen, müssen gefördert werden. Ich möchte Kommunen, die sich eigenverantwortlich und regional verankert auf den Weg zur Energie-, Landwirtschafts- oder Mobilitätswende machen, unterstützen.

Wie die Klimakrise sind auch die Antworten längst da. Sie werden seit Jahren von Wissenschaftler*innen aller Fachrichtungen, von Expert*innen, Umweltverbänden und auch uns GRÜNEN wiederholt. Und es liegt nun an uns, zu handeln. Konkret und jetzt.